16. August 2012

Tarot-Maler Hermann Haindl stellt aus

Hermann Haindl lebt spirituell.  (© Heiko Barth - Fotolia.com)

Hermann Haindl lebt spirituell. (© Heiko Barth - Fotolia.com)

Mit einem selbstgemalten Tarot-Karten-Set hat Hermann Haindl auf sich aufmerksam gemacht – im August 2012 stellt der bald 85-jährige seine Bilder in drei Ausstellungen aus. Die Sucht zu malen beherrschte den gebürtigen Oberschlesier schon in frühester Jugend. Als Schulversager sei er mit 14 Jahren ans Theater von Kattowitz verschlagen worden und hat dort gelernt, mit Pinsel und Farben umzugehen. In den Wirren des zweiten Weltkrieges, in die er 17-jährig geriet, und später in der russischen Kriegsgefangenschaft rettete ihm seine Kunst vielleicht das Leben. Schwer verletzt kehrte er 1948 zurück und fand Mitte der 1950er Jahre in Hofheim eine neue Heimat. Er engagierte sich in der lokalen Kunstszene: An den städtischen Bühnen und dem Volkstheater in Frankfurt arbeitete er als Theatermaler und Bühnenbildner. „Aus dem Chaos des Zweiten Weltkrieges hat sich nach und nach mein neues Leben entwickelt“, berichtet der Mann mit dem schneeweißen, zum Zopf gebundenen Haar. Auf einen Stock gestützt, streift Hermann Haindl an seinen Bildern im Bad Sodener Badehaus vorbei. Die meisten leuchten in bunten Farben. In einem fast meditativen Zustand lasse er bei der Grundierung der Bilder Farben ineinanderlaufen, beschreibt Haindl seine Technik. Die Informationen, die ihm die Flecken nach dem Trocknen vermittelten, nähme er auf, um daraus Gegenständliches oder Abstraktes zu malen. Viele seiner Bilder sind symbolisch, bei vielen Werken steht die Natur und ihre Zerstörung im Mittelpunkt.
1986 hat Hermann Haindl 78 Bilder für ein Tarot-Karten-Set gemalt, das nach ihm benannt ist und international Furore gemacht hat. Zwei Jahre hat er daran gemalt. Das Wissen, das er während mehrerer Aufenthalte bei den Indianern Nordamerikas gesammelt hat, Runen und die Intuition des Künstlers sind in das Werk eingeflossen. Häufig wurde Haindl daraufhin ein besonderes Faible für Esoterik unterstellt. Damit habe er aber überhaupt nichts zu tun, sagt Haindl mit fester Stimme. Er sei kein Esoteriker. Er sei einfach ein spirituell lebender Mensch.

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