22. August 2012

Zwei Dürer-Tarot-Decks von Giacinto Gaudenzi

Das Dürerdenkmal. Ein echter Dürer eben. (© Wolfgang Cibura - Fotolia.com)

Das Dürerdenkmal. Ein echter Dürer eben. (© Wolfgang Cibura - Fotolia.com)

Wenn man von einem Dürer-Tarot hört, so ist man vermutlich erst einmal verwundert, dass Albrecht Dürer tatsächlich ein Tarotkartendeck entworfen hat. Doch die Motive sind nicht von Albrecht Dürer selbst, sondern vom Künstler Giacinto Gaudenzi, der sich von Dürers Werken inspirieren ließ und dieses Deck geschaffen hat. Anders als Salvador Dalí, der ein großer Anhänger des Tarot war und ein eigenes Deck konzipiert und gezeichnet hat, ist bei Dürer keine besondere Affinität zum Tarot bekannt. Dieses wäre auch durchaus verwunderlich, denn zu seiner Zeit war das Tarot in Europa noch nicht wirklich verbreitet, und er dürfte kaum Kenntnis davon gehabt haben.

Die Werke von Gaudenzi wirken auf den ersten Blick sehr detailliert. Man merkt, dass er einen Sinn für Dürers Werke besitzt. Dürer, wohl einer der bedeutendsten Deutschen Künstler, lebte zu Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts in Nürnberg. Doch nicht nur künstlerisch betätigte sich Albrecht Dürer, er war auch als fortschrittlicher Mathematiker und Kunsttheoretiker bekannt. Auch als Grafiker war Dürer aktiv, vor allem seine Holzschnitte und Kupferstiche verstärkten seine Bekanntheit. Die Bilder orientieren sich hauptsächlich an den graphischen Arbeiten, aber auch an den Gemälden Dürers. Die Karten dieses Tarot sind alle voll bebildert und tragen die traditionellen Bezeichnungen, die am linken Seitenrand verortet sind, was etwas unüblich ist. Die Sprachen sind Italienisch, Spanisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Als Ziffern werden nicht wie sonst die lateinischen, sondern die arabischen benutzt. Auf jeder Karte ist zudem ein Spruch in lateinischer Sprache verfasst, der auf die jeweilige Kartenbedeutung verweist. Das Begleitheftchen zu diesem Tarot liefert bei Bedarf auch die Übersetzung mit. Insgesamt ist dieses Tarot etwas für Sammler und Dürer-Liebhaber. Es gibt zwei Ausgaben von Gaudenzi, die eine ist von 1989 und die andere aus dem Jahr 2002.

Schlagwörter: , , ,

Ihre Tarot-Berater am Telefon:

Kommentar hinterlassen